HANS H. DIEBNERs SEITE ZUR PERFORMATIVEN WISSENSCHAFT
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CURRICULUM VITAE

Kurzbiographie (Siehe unten für eine chronologische CV):

Hans H. Diebner (*1960). Seit 1999 betreibe ich Grundlagenforschung zur "performativen Wissenschaft" - ein Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft, und zwar seit 2006 als freier Mitarbeiter am Institut für Neue Medien in Frankfurt am Main. Ich begleite Lehraufträge sowohl in systemwissenschaftlichen als auch in medien-künstlerischen und -theoretischen Gebieten.

Im Jahre 1994 schloss ich mein Physikstudium an der Universität Tübingen mit einer von Prof. Otto E. Rössler betreuten Diplomarbeit über exakt-reversible Algorithmen für Molekulardynamik-Simulationen ab und promovierte dann bei Rössler im Bereich der Komplexitätsforschung. Im Jahre 1999 beendete ich erfolgreich meine Doktorarbeit an der Universität Tübingen mit einer Dissertation zu "Zeitabhängige deterministische Entropien und dissipative Strukturen in exakt-reversiblen Newtonschen molekulardynamischen Universen".

Die Erforschung komplexer Systeme zieht sich als roter Faden seit meiner Diplomarbeit durch mein wissenschaftliches Leben. Bei retroaktiven Systemen, die menschliche Entscheidungsträger enthalten, lässt sich ein strikter Objektivitätsanspruch der traditionellen Naturwissenschaften nicht aufrecht erhalten. Daraus resultiert eine Komplexitätstheorie im Interface zwischen Wissenschaft und Kunst. Unter dem Begriff der "performativen Wissenschaft" versuche ich in innovativer Weise eine Methodik in den Wissenschaften zu etablieren, bei der die Involviertheit der ForscherIn mit berücksichtigt wird, sodass Forschung einen künstlerisch-performativen Duktus bekommt.

Während dem Doktorat und danach als Postdoc war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medizinische Biometrie der Universität Tübingen in der Arbeitsgruppe von Prof. Klaus Dietz. Mein Forschungsgebiet war die immuno-epidemiologische Modellierung von Malaria und anderen Infektionskrankheiten. Die Auseinandersetzung mit Diagnostik kommt heute meiner Forschung in der performativen Wissenschaft zugute, denn es handelt sich mitunter um eine Kombination von Handlungs- und Entscheidungstheorien und -praktiken mit tradionellen theoretischen Ansätzen der Naturwissenschaften sowie moderner Netzwerktheorien.

1999 gründete ich am Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe das Institut für Grundlagenforschung, das ich bis Dezember 2005 leitete. Dort begann ich, die Konzepte zu der neuen Episteme der "performativen Wissenschaft" auszuarbeiten. Ein Buch zu den Ergebnissen der Grundlagenforschung am ZKM ist im Jahre 2006 unter dem Titel Performative Science and Beyond - Involving the Process in Research im Springer-Verlag erschienen.

Über meine Forschungstätigkeit hinaus bin ich sehr engagiert, für das interdisziplinäre Gebiet zwischen Kunst und Wissenschaft Konzepte zur Lehre zu entwickeln. Ich begleite Lehraufträge und Gastprofessuren in natur- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen sowie an Kunsthochschulen.

Chronologische CV:

1. Januar 2006 - dato:
Leiter des Projekts Performative Wissenschaft - Grundlagenforschung zwischen Kunst und Wissenschaft am INM-Institut für Neue Medien, Frankfurt am Main.
Sommer-Semester 2004, 2007-dato:
Lehrauftrag an der KF-Universität Graz an der URBI-Fakultät im Bereich Umweltsystemwissenschaften.
Juli 2004 - dato:
Kategorienmanager der Art & Science-Kategorie im MARCEL-Projekt: "A permanent broadband interactive network and web site dedicated to artistic, educational and cultural experimentation, exchange between art and science and collaboration between art and industry."
9. - 12. November 2009:
Lehrauftrag an der Hochschule der Künste, Bern am Institut für Interdisziplinarität. Verantwortlich für die Toolbox "Physik für Künstler".
5. Januar - 13. Februar 2009:
Lehrauftrag an der Universität Bern am Institut für Erziehungswissenschaft. Verantwortlich für das Modul 16 "Medien - Kunst - Netz" des "Master of Advanced Studies in Fachdidaktik - Kunst und Gestaltung".
1. Juni - 15. Juli 2007:
Gastprofessur an der Universidad de Los Andes, Bogota. Sommerkurs "Between Arts and Science" zusammen mit Andres Burbano.
1. Juli 1999 - 31. Dez 2005:
Gründungsleiter des Instituts für Grundlagenforschung am Zentrum für Kunst und Medientechnolgie, Karlsruhe.
Sommer-Semester 2005:
Gastprofessur an der Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe. Seminar: Performative Wissenschaft.
21. Jan - 29. März 2005:
Gastwissenschaftler bei Prof. Ichiro Tsuda, Hokkaido University, Faculty of Science, Institute for Mathematics, Sapporo. Unterstützt vom DAAD und JSPS.
Oktober 2003:
Organisation des Symposiums "Space-Time Physics, Transfinite Mathematics and Computer Art" - Ein internationales Symposium. ZKM, Karlsruhe.
Winter-Semester 2003/2004:
Organisation (zusammen mit Paul Modler, HfG) des zweiwöchentlichen Seminars zu Sonifikation and Audifikation an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.
Juli 2003:
Organisation (zusammen mit Lehan Ramsay, Future University, Hakodate) des Symposiums "Hierarchies of Communication" - An inter-institutional and international symposium on aspects of communication on different scales and levels. ZKM, Karlsruhe. Proceedings: Hans H. Diebner and Lehan Ramsay: Hierarchies of Communication. ZKM, Karlsruhe, 2003.
Winter-Semester 2000/2001:
Organisation des interfakultativen Kurses "Komplexität" in Kooperation mit der Universität Karlsruhe. Veranstaltungsort: ZKM, Karlsruhe. Vorlesungsskript: Hans H. Diebner (Hsg.), Studium generale zur Komplexität. Genista, Tübingen 2001.
Mai 2000:
Organisation (mit Tim Druckrey und Peter Weibel) des Symposiums "Sciences of the Interface" - An international symposium on the historical, philosophical, mathematical, physical, biological, social, artistic and technical aspects of the interface. Veranstaltungsort: ZKM, Karlsruhe. Proceedings: Hans H. Diebner, Timothey Druckrey, Peter Weibel: Sciences of the Interface, Genista, Tübingen, 2001.
Oktober 1997 - Juli 1999:
Wissenschaftliche Hilfkraft und Postdoc am Institut für Medizinische Biometrie, Universität Tübingen bei Prof. K. Dietz. Vorlesungen und Kurse in "Bio-Mathematik für Medizinstudenten". Biometrische Beratung bei Medizinischen Forschungsvorhaben.
Dezember 1998:
Doktoratsrigorosum. Dissertation zu "Zeitabhängige deterministische Entropien und dissipative Strukturen in exakt-reversiblen Newtonschen molekulardynamischen Universen" an der Fakultät für Chemie und Pharmazie an der Universität Tübingen. Erschienen im Grauer-Verlag, Stuttgart, 1999. Doktorvater: Prof. O.E. Rössler.
März 1994:
Diplom in Physik. Diplomarbeit zu "Exakt-reversible Algorithmen für Dynamiksimulationen" in der Abteilung Theoretische Chemie der Universität Tübingen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Astrophysik, Abteilung Computational Physics, Universität Tübingen. Diplomvater: Prof. O.E. Rössler.
Oktober 1986:
Immatrikulation an der Universität Tübingen für ein Physikstudium.