Hans H. Diebners Forschung

Performative Wissenschaft

In der wissenschaftsphilosophischen und wissenschaftshistorischen Forschung ist mehrfach festgestellt worden, dass die Wirkungsweise bei der Generierung von Erkenntnis in den Wissenschaften oft nicht explizit formulierbar ist. WissenschaftlerInnen verfügen über ein implizites Wissen, es kommt Heuristik und Intuition zur Geltung. Eine entscheidende Rolle spielt die innige Involviertheit der ForscherInnen in ihren Forschungsgegenstand (das epistemische Ding) und die Apparate.

Wissen wird im Vollzug generiert, ohne schon immer einer propositionalen Logik zu folgen. Im Allgemeinen spricht man hier von Performativität. In Anlehnung an die Arbeiten des Philosophen Martin Heidegger gehe ich auch im wissenschaftlichen Bereich von einem "In-der-Welt-sein" aus. Die spannende Frage ist, ob trotz der eingeschränkten Artikulierbarkeit von performativen Mechanismen eine für Innovation und Erkenntnis begünstigende Situation geschaffen werden kann, so dass diese gewissermaßen verborgenen Qualtitäten besonders zur Geltung kommen.

Es ist vor allem und bisher fast ausschließlich die Kunst, die sich auf Performativität besonders gut versteht, was in der Kunsttheorie auch gebührend thematisiert wird. Im Rahmen der performativen Wissenschaft versuche ich, diese Studien auch für naturwissenschaftliche und technologischen Bereiche fruchtbar zu machen. Es ergibt sich eine Forschung, die zwischen konkreten Fragestellungen im Bereich komplexer Systeme und methodischer Forschung angesiedelt ist. Diese Forschung betreibe ich seit etwa 1999 mit einer besonderen Hingabe, weshalb ich der performativen Wissenschaft eine eigene Internetseite gewidmet habe.